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Baustelle Zukunft – Herausforderung Demografie

Info vom 5. Februar 2015 / Bericht der Bischöflichen Pressestelle Münster

strategiekonferenzRegierungspräsidenten und Kirchenleitungen Westfalens und Lippe vereinbaren gemeinsame Strategien
Die Regierungspräsidenten und Kirchenleitungen Westfalens und Lippe, darunter für das Bistum Münster Bischof Dr. Felix Genn, haben am Mittwoch, 4. Februar in Schwerte im Rahmen der Demografie-Konferenz "Baustelle Zukunft – Herausforderung Demografie" gemeinsame Strategien vereinbart, um die Herausforderungen des Demografischen Wandels zu bewältigen und die Zukunft für die Menschen bestmöglich zu gestalten.

Als beispielhaftes Projekt stellten in Schwerte Pfarrer Markus Trautmann und die Erste Beigeordnete der Stadt Dülmen Christa Krollzig das "Intergenerative Zentrum (IGZ) Dülmen" vor. Mit dem IGZ solle in Dülmen ein Ort entstehen, so wurde betont, an dem sich Generationen treffen und voneinander lernen können. Es solle in der Dülmener Innenstadt mit dem IGZ ein neuer Ort der Begegnung geschaffen werden, der allen Bürgerinnen und Bürgern offen stehe. Das Haus solle ein Dach bieten für verschiedene kirchliche, kommunale und zivilgesellschaftliche Einrichtungen. Im IGZ sollten bestehende und zukünftige Angebote eine intergenerative Ausrichtung erfahren. Das IGZ wolle die Möglichkeit bieten, Angebote miteinander zu verbinden und das gemeinsame Lernen der Generationen zu unterstützen. Pfarrer Trautmann benannte die vier Wirkungsziele des IGZ: "Von anderen lernen – Nicht alleine sein – Glauben erfahren und Impulse setzen."

Die gemeinsame Erklärung der Kirchenleitungen zur Herausforderung Demografie hat den folgenden Wortlaut:

Der demografische Wandel verändert unser Zusammenleben existentiell, berührt sämtliche Felder politischen und kirchlichen Handelns und wirft zukunftsrelevante Fragen auf. Wir stehen zu unserer gemeinsam von Kirchen, Kommunen und Staat getragenen Verantwortung für die Menschen in unserer Region und verpflichten uns, die Herausforderungen des demografischen Wandels anzunehmen und diesen aktiv zu gestalten.

Es gilt, im Konsens der kirchlichen, politischen und zivilgesellschaftlichen Kräfte Weichen zum Wohl aller in der Gesellschaft zu stellen und gemeinsame Strategien für eine zukunftsorientierte Entwicklung in wichtigen Handlungsfeldern zu vereinbaren, darunter Familien- und Sozialpolitik, Gesundheits- und Schulpolitik, Finanzpolitik, Stadtentwicklung, Verkehr, Infrastruktur und Denkmalschutz.

Wir haben uns für unsere Zusammenarbeit auf die folgenden Leitlinien verständigt:

  1. Wir stellen uns und unsere Organisationen – Bezirksregierungen, evangelische und katholische Kirche in Westfalen und Lippe – in den Dienst der Menschen, deren unmittelbares Lebensumfeld durch die aktuelle Umbruchsituation gravierenden Veränderungen unterworfen ist.
  2. Wir verpflichten uns, die Fragen und Anliegen der Menschen zu hören, gemeinsam mit ihnen Problemlösungen zu erarbeiten, eine aktive Rolle bei der Vernetzung von Politik, Verwaltung, Kirche und Zivilgesellschaft ("Regionalmanagement") zu übernehmen und tragen so zur Entwicklung integrierter Handlungskonzepte für die Gestaltung von Kommunen bei, die für Bürgerinnen und Bürger lebenswert sind.
  3. Wir suchen innovative Wege, den Menschen in unserer Region erreichbare staatliche, kommunale und kirchliche Angebote zu ermöglichen, damit gesellschaftliche Teilhabe zu sichern und Benachteiligungen zu verhindern. Wir verbinden unsere Anstrengungen mit Aktivitäten bürgerschaftlichen Engagements und leisten unseren Beitrag zum Gelingen von Initiativen und Projekten.
  4. Wir bieten den Bürgerinnen und Bürgern Dienstleistungen insbesondere im karitativen, sozial-staatlichen sowie im Bildungs-, Kultur- und Weiterbildungsbereich an.
  5. Wir unterstützen und beraten Kommunen bei der Entwicklung eines ausgewogenen, leistungsstarken und erreichbaren Schulangebotes und fördern gezielt interkommunale Zusammenarbeit.
  6. Wir suchen nach einvernehmlichen Lösungen im Spannungsfeld zwischen emotionaler Betroffenheit, den Anforderungen staatlicher Vorgaben (z. B. Denkmalschutz) und dem notwendigen Rückbau kirchlicher Gebäude oder deren Nachnutzung.
  7. Wir wissen, dass wir nicht alle Erwartungen erfüllen können, und wollen ohne gegenseitige Schuldzuweisung nach einvernehmlichen Lösungen suchen. Hierfür richten wir für den regelmäßigen Austausch geeignete Gesprächsforen und Regionalkonferenzen ein.