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»Wir müssen die lernende mit der lehrenden Generation zusammenbringen und die Lebenserfahrungen von Jung und Alt gegenseitig zugänglich machen. Es geht bei einem Intergenerativen Zentrum nicht darum, bestehende Strukturen in der Jugend- oder Seniorenarbeit zu zerschlagen.«

Professor Dr. Jörn Dummann, Fachhochschule Münster







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Zwischenbilanz "Kirche findet Stadt"

Auszug aus der Zwischenbilanz "Kirche findet Stadt", Dr. Petra Potz


Astrid Wiechers auf dem Podium im Bauministerium.Die katholische Kirchengemeinde St. Viktor und die Stadt Dülmen entwickeln gemeinsam das Intergenerative Zentrum IGZ. Die archäologischen Untersuchungen wurden abgeschlossen. Mit dem Baubeginn ist im Frühjahr 2017 zu rechnen. Die räumlichen Strukturen für die generationenübergreifenden Angebote sind somit noch in der Entwicklung. 

Für Astrid Wiechers, Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung bei der Stadt Dülmen, ist es besonders wichtig, dass bei der Zwischenbilanz auch die kommunale Stimme zu Wort kommt, und dass sie auf positive Erfahrungen verweisen kann. Auch in Dülmen als ländlich geprägte Stadt lassen sich die bereits genannten gesellschaftlichen Folgen des demografischen Wandels absehen: „Wir werden älter, wir werden bunter, wir werden weniger. Wie leben die Generationen zukünftig miteinander?“

Vor dieser Frage und um Segregation und Vereinsamung entgegenzuwirken, haben sich Kommune und Kirche vor einigen Jahren gemeinsam auf den Weg gemacht, um einen Ort der Begegnung zu entwickeln, an dem sich alle Generationen – im Idealfall auch ohne Anleitung – treffen, unterhalten, Veranstaltungen gemeinschaftlich wahrnehmen können. Basismotoren sind der Kindergarten und die Familienbildungsstätte, die ihre Konzepte jetzt auch unter intergenerativen Gesichtspunkten betrachten und in das hochbauliche Projekt des IGZ unmittelbar zwischen Rathaus und Kirche einbringen. Von besonderer Bedeutung ist, dass dies in ein Quartier, das das städtebauliche Umfeld mit aufgreift und zu einem Programmgebiet des Stadtumbaus geworden ist, eingebettet wird.

Damit lassen sich auch Städtebaufördermittel generieren, aus einer anfänglichen Kooperation zwischen Kirche und Kommune. Bei einem Gesamtvolumen von etwa 12,9 Mio. Euro mit einem 50%-Fördersatz vom Land gehen etwa 4 Mio. Euro an die Kirchengemeinde und etwa 2 Mio. Euro an die Kommune auf Basis zahlreicher Verträge und Vereinbarungen. Dülmen hat bereits vor Jahren ein Integriertes Handlungskonzept für die Innenstadt aufgestellt. Kontakte bestehen dabei mit vielen Akteuren, dem innerstädtischen Einzelhandel, den Gewerbe- und Wohnungseigentümern, Verkehrsplanern etc. Kirche ist für die Innenstadt ebenfalls ein wichtiger Ansprechpartner, denn hier wird etwas Neues geschaffen, eine „soziale Mitte“. „Wichtig ist sicher die bündelnde Funktion der Kommune“, so Astrid Wiechers, „aber genauso wichtig ist es, dass Kirche auch erkennen muss, dass sie ein Partner in diesen Prozessen ist und auch auf die Kommune zugehen muss“. Eine weitere strukturelle Schwierigkeit: In der Kommune wird hauptamtlich gearbeitet, in der Kirche sind die Tätigkeiten überwiegend durch das Ehrenamt geprägt. Das macht die Arbeit nicht einfach, bisher wurden aber immer konstruktive Lösungen gefunden. Arbeitsteilung und Finanzierung eines solchen umfangreichen Quartierskonzeptes sind ein ganz wichtiges Thema. Dazu wurden über die Aufgabenverteilung eigens Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen, die sich auch als wichtig und belastbar erwiesen. In einem moderierten Verfahren wurde eine Konsensvereinbarung zwischen Kirche und Kommune abgeschlossen, bei der z.B. ein respektvoller Umgang mit den jeweiligen Unterschiedlichkeiten formuliert wurde. Das zeigt auch, wie wichtig es ist, eine Gesprächskultur zwischen den Beteiligten zu entwickeln.

Foto: Astrid Wiechers auf dem Podium beim Bauministerium; Erik Potthoff

Quelle: www.kirche-findet-stadt.de/index.php/95-aktuelles/394-kirche-findet-stadt-zwischenbilanz